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2010 bringt bescheidene Erholung in CEE
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"Die Konjunktur in Zentral- und Osteuropa (CEE) erholt sich nach dem Tiefpunkt im letzten Jahr in kleinen Schritten", fasst Peter Brezinschek die aktuelle Situation in CEE zusammen. "Diese Region muss sich auf einen bevorstehenden Liquiditätsentzug einstellen", sagte der Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB)."In den kommenden Monaten wird der österreichische Aktienmarkt eher durch externe Faktoren beeinflusst werden, wie einer Schwäche globaler Wirtschaftsindikatoren und einer restriktiveren Liquiditätspolitik ", analysierte Birgit Kuras, Chefanalystin der Raiffeisen Centrobank AG.
„Entsprechend dieses Szenarios setzen wir nach einem starken Beginn im ersten Quartal eher auf defensive Werte“, erklärte Stefan Maxian, Head of Company Research der Raiffeisen Centrobank AG. Auf Jahressicht empfiehlt er, eher zyklische Werte und Finanztitel zu bevorzugen.
Erwartungen für CEE gemischt, Österreich Spitzenfeld in Europa
Nachdem 2009 einen signifikanten Tiefpunkt in der Konjunkturentwicklung Osteuropas markiert hat, sind die Erwartungen für 2010 durchaus gemischt. In den EU-Ländern Mitteleuropas, also Österreich bis Polen, erscheint eine mäßige Erholung der Wirtschaft mit zwischen 1 und 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wieder realistisch. Die Balkanländer dürften jedoch höchstens eine magere Stabilisierung erzielen. Vom Absturz am stärksten getroffen, sollten Russland und Ukraine mit jeweils 3,5 Prozent BIP-Zuwachs einen Teil der Einbußen wieder aufholen.
Seit dem 3. Quartal 2009 ist Österreich wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Mit 0,5 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorquartal lag Österreich im Spitzenfeld der Eurozone. Für 2010 erwartet Brezinschek ein BIP-Wachstum in Österreich von 1,5 Prozent. Wachstumstreiber sind die Exporte, der öffentliche Konsum und Bauinvestitionen. Dagegen dürfte sich der private Konsum als Wachstumsbremse erweisen. Gründe sind die höhere Arbeitslosigkeit, eine leicht negative Reallohnentwicklung und ein Anstieg der Sparquote.
Fiskalpolitische Herausforderungen
Erst 2011 erwartet Brezinschek für CEE BIP-Zuwächse von 2,5 bis 4 Prozent. Gründe für die bescheidene Erholung sind hohe Budgetdefizite von Prag bis Moskau, die es zu sanieren gilt. "Diese ausufernde Verschuldung bremst das Potenzialwachstum und somit künftige ausländische Investments. Das private Kreditwachstum wird nur moderat verlaufen. Auch in Österreich wird die Budgetsanierung im Jahresverlauf zum wichtigen Thema, weil der Kapitalmarkt sonst harte Sanierungen erzwingen kann“, so Brezinschek.
Ost-Währungen unverändert auf dem Prüfstand
Abnehmende Risikobereitschaft für Aktien- und Emerging Market-Investments, die Euroschwäche und teilweise rückläufige Zinsen könnten die CEE-Währungen in den ersten Monaten 2010 belasten. „Dazu kommt, dass die anstehenden Wahltermine in der Ukraine, in Tschechien und Ungarn die Währungen ebenfalls negativ tangieren ", erklärte Brezinschek. Partiell steigende Zinsen und eine Zunahme der Wachstumsdifferenzen in 2011 unterstützen die CEE Währungen im weiteren Jahresverlauf.
Unterbrechung der Börsenrallye
Die CEE-Aktienmärkte werden sich einer Korrektur auf den etablierten Aktienmärkten, auslaufenden „Carry Trades“ und dem globalen Liquiditätsentzug nicht entziehen können. Nach überproportionalen Kursanstiegen 2009 dürften die Kursabschläge mit minus 10-20 Prozent deutlich ausfallen. Die Gewinn- und Konjunkturaussichten 2011 hellen sich jedoch auf und sollten dann für eine freundliche zweite Jahreshälfte sorgen.
Für Birgit Kuras ist nach den spektakulären Kursanstiegen des Vorjahres eine Unterbrechung der Börsenrallye sehr wahrscheinlich. "Die Kursanstiege in 2009 waren überdurchschnittlich, weshalb es nun auch zu gröberen Kursabschlägen kommen könnte. Wir raten im ersten Halbjahr zu einer defensiven Branchenausrichtung", so Kuras.
Der österreichische Aktienmarkt hat im Vergleich zu anderen europäischen Indizes 2009 eine beeindruckende Entwicklung aufgezeigt, die seit Mitte November nachgelassen hat. Ausschlaggebend für die Underperformance des letzten Monats waren Gewinnmitnahmen. Weiters beeinflussten ein vorsichtigeres Sentiment gegenüber kleineren Märkten nach Problemen in Dubai, Griechenland und Spanien sowie die Gewinnwarnung der Telekom Austria die Börse negativ.
Anstieg der Gewinne - externe Faktoren beeinflussen den ATX
2009 war noch von Umsatzeinbrüchen sowie Restrukturierungskosten und außerordentlichen Abschreibungen, wie bei Telekom und Wienerberger, geprägt. Dies brachte eine Verzerrung der Gewinnentwicklung mit sich. So wird für 2010 mit 32,1 Prozent ein starker Anstieg der Unternehmensgewinne erwartet, was sich derzeit mit einem KGV von 12,8 zu Buche schlägt.
Die Ergebnisvisibilität bleibt aber nach wie vor gering, denn die Unternehmen zeigen sich immer noch sehr zurückhaltend bezüglich konkreter Ausblicke. Im dritten Quartal 2009 dürfte aber auch das Konjunkturtal der Auftragseingänge durchschritten sein. Vor allem zyklische Unternehmen sollten nun profitieren. Dazu zählen RHI ebenso wie voestalpine, die eine hohe bis volle Auslastung der Produktion für das erste Halbjahr 2010 ankündigt haben.
Anfang 2010 wird der österreichische Aktienmarkt hauptsächlich von externen Faktoren beeinflusst. Eine Rolle spielen dabei schwache globale Wirtschaftsindikatoren und eine restriktivere Liquiditätspolitik. Kuras prognostiziert daher für das erste Quartal 2010 einen Rückgang des ATX auf rd. 2300 (Bandbreite 2100-2650), bis Jahresende sollte er sich jedoch bei 2900 einpendeln.
Empfehlungen
Verbund
Versorger, so Maxian, zählten zu den performanceschwächsten Titeln des letzten Quartals. Eine moderate Gewinnentwicklung im heurigen Jahr sollte für die rohstofflastigen Spätzykliker bereits in der Kursentwicklung enthalten sein. Spätestens mit dem Jahreswechsel empfiehlt Maxian, einen Blick weiter nach vorne zu werfen und die Strompreise für 2011 anzusehen. Die Absicherungspreise liegen weit über denen für 2010. Sie deuten damit auf eine relativ stark erwartete Erholung hin. Verbund ist aufgrund seiner relativ kurzfristigen Absicherungspolitik einer der wenigen Versorger, die bereits 2010 Effekte aus einer Verbesserung der Lage und einem Rückgang des Gasüberhangs, der zu Jahresmitte 2010 erwartet wird, profitieren könnte. Weiters stehen der tschechische Versorger CEZ und die polnische PGNiG auf der Empfehlungsliste der Raiffeisen Centrobank AG.
Rosenbauer
Die Auftragseingänge für die Industrieunternehmen sahen zum dritten Quartal durchgehend eine Bodenbildung. Vor allem sehr zyklische Segmente konnten teilweise von ersten Basiseffekten und leichten Zuwächsen im Monatsvergleich profitieren. Für Maxian passt Rosenbauer als defensiver Industriewert mit hohem Auftragspolster und bereits jetzt mit einer vollen Auslastung für den Großteil von 2010 in das Strategieszenario.
Telefonica 02
Telekomtitel könnten im ersten Quartal aufgrund einer möglichen Ankündigung des Böresegangs der Polkomtel ins Zentrum des Investoreninteresses stehen. Zuletzt wurde die tschechische Telefonica O2 hochgestuft. Für Maxian ist die derzeit prognostizierte Dividendenrendite von über 10 Prozent, in Verbindung mit dem niedrigen Zinsumfeld in der Tschechischen Republik, nach wie vor attraktiv. Weiters spricht für die Aktie eine stärkere Investitionseffizienz sowie ein besseres regulatorisches Umfeld im Vergleich zur Peer Group.
Unipetrol
Im Öl&Gassektor rechnet Maxian weiterhin mit einem schwierigen Umfeld für Raffinerien. Dennoch wurde die tschechische Unipetrol auf die Kaufliste gesetzt. Maxian erwartet, dass die aktuelle Marktmeinung zu Unipetrol die zukünftige Margenverbesserung durch Kosteneinsparungen und wachsenden Profite im Petrochemie- und im Tankstellenbereich noch nicht gänzlich berücksichtigt. Ein mögliches Aktienrückkaufprogramm oder eine relativ hohe Dividende sieht er als zusätzlichen Katalysator.
TVN
In Polen setzt Maxian derzeit auf das eher zyklische Unternehmen TVN, das Marktführer bei Fernseh- und Internetwerbung ist. Es zeigte sich aufgrund der hohen Kostendisziplin gegenüber dem Marktabschwung im vergangenen Jahr größtenteils resistent.
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"Die Konjunktur in Zentral- und Osteuropa (CEE) erholt sich nach dem Tiefpunkt im letzten Jahr in kleinen Schritten", fasst Peter Brezinschek die aktuelle Situation in CEE zusammen. "Diese Region muss sich auf einen bevorstehenden Liquiditätsentzug einstellen", sagte der Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB).