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RZB Group Q1: Starkes operatives Ergebnis, steigende Risikovorsorgen

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Cover Zwischenbericht zum 1. Quartal 2009

Im Gegensatz zum wirtschaftlichen Umfeld entwickelte sich das operative Geschäft des Konzerns der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) auch im ersten Quartal 2009 sehr erfreulich: Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres stieg das operative Ergebnis um 34 Prozent auf 723 Millionen Euro. Damit verzeichnete die RZB – nach dem vierten Quartal 2008 – das zweitbeste operative Quartalsergebnis ihrer Geschichte. Da sich die Risikovorsorgen stark erhöhten, sank der Periodenüberschuss vor Steuern um rund 69 Prozent auf 68 Millionen Euro. Mit 156,8 Milliarden Euro blieb die Bilanzsumme zum 31. März 2009 gegenüber Jahresende 2008 annähernd gleich. Sie sank um 0,1 Prozent.
 
"Die Entwicklung im ersten Quartal zeigt die Stabilität der RZB vor einem anhaltend schwierigen Hintergrund", sagte RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner. "Das operative Geschäft mit unseren knapp 15 Millionen Kunden läuft weiterhin ausgezeichnet, der erhöhte Vorsorgebedarf reflektiert aber klar den Konjunkturabschwung in unserem Heimmarkt Österreich und Zentral- und Osteuropa. Um die Risikotragfähigkeit weiter zu erhöhen, haben wir unsere Eigenkapitalbasis gestärkt."
 
Quartalsberichterstattung erhöht Transparenz
 
Mit dem Bericht über das 1. Quartal 2009 veröffentlicht die RZB erstmals einen umfassenden Quartalsbericht. Die Verkürzung des Berichtsintervalls auf Quartalsberichterstattung erfolgt freiwillig, eine Verpflichtung besteht nur für die schon bisher vorgelegten Halbjahres- und Jahresberichte. "Mit der Publikation von Quartalsberichten erhöhen wir unsere Transparenz und stärken damit gerade in turbulenten Zeiten das Vertrauen in die RZB", so RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner.
 
Handelsergebnis deutlich verbessert
 
Das operative Ergebnis der RZB stieg im ersten Quartal von 540 Mio. Euro auf 723 Millionen Euro. Ausschlaggebend für den Zuwachs war das deutlich verbesserte Handelsergebnis mit einer Steigerung um 154 Millionen Euro auf insgesamt 164 Millionen Euro, die vor allem auf Bewertungsgewinne aus Zinsderivaten zurückzuführen ist.
 
Der Zinsüberschuss wuchs auf Eurobasis gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 6 Prozent auf 861 Millionen Euro. Dämpfend wirkte vor allem der erhöhte Refinanzierungsaufwand. Maßgeblich dafür verantwortlich waren höhere Kosten zur Bindung der Kundeneinlagen sowie die hohe Volatilität der Zinsmärkte. Erstmals im Zinsergebnis enthalten sind auch Aufwendungen für das im April 2009 von der Republik Österreich gezeichnete Partizipationskapital. Für das erste Quartal wurden rechnerische anteilige Zinszahlungen in Höhe von 35 Millionen Euro angesetzt.
 
Im ersten Quartal 2009 führten die Währungsturbulenzen dazu, dass das provisionsgenerierende Volumen bei Devisentransaktionen sowie bei In- und Auslandsüberweisungen stagnierte. Auch die Provisionen aus Wertpapiergeschäften und aus Investmentfonds fielen nachfragebedingt um knapp die Hälfte. Der Provisionsüberschuss sank in Folge um 13 Prozent bzw. 52 Millionen Euro auf insgesamt 347 Millionen Euro.
 
Verwaltungsaufwendungen leicht sinkend
 
Mit dem Einsetzen der Krise wurde das Kostensenkungsprogramm intensiviert. Die daraus resultierenden Maßnahmen zeigten bereits bis März 2009 erste Wirkung, wenngleich die entsprechenden Werte auch durch die Wechselkurse beeinflusst sind: Die Verwaltungsaufwendungen fielen gegenüber der Vergleichsperiode 2008 um 1 Prozent auf 693 Millionen Euro.
 
Die Mitarbeiterzahl (in sogenannten Vollzeitäquivalenten) sank gegenüber Jahresende 2008 um 1.587 auf 65.064. Die stärksten Rückgänge waren insbesondere in der Ukraine (448), Russland (356) sowie Bulgarien (252) zu verzeichnen, wobei in Russland und Bulgarien natürliche Abgänge nicht nachbesetzt wurden.
 
Durch den Anstieg der Betriebserträge um 14 Prozent auf 1.416 Millionen Euro erreichte die Cost/Income Ratio mit 48,9 Prozent erstmals einen Wert unter 50 Prozent. Damit verbesserte sie sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 7,7 Prozentpunkte. Für das Jahr 2008 lag diese Kennzahl noch bei 52,8 Prozent.
 
Periodenüberschuss vor Steuern bei 68 Millionen Euro
 
Der Periodenüberschuss vor Steuern lag für die Berichtsperiode bei 68 Millionen Euro, was gegenüber dem ersten Quartal 2008 einen Rückgang um 69 Prozent bedeutet. Im ersten Quartal 2009 erwirtschaftete die RZB einen Konzern-Periodenüberschuss (nach Steuern und Minderheitsanteilen) von 26 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Millionen Euro gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres, die allerdings maßgeblich von Bewertungsverlusten für Wertpapiere und strukturierte Produkte belastet war. Durch den geringeren Ergebnisbeitrag der Raiffeisen International Bank-Holding AG sank gleichzeitig der Anteil von Minderheitsaktionären am Konzerngewinn signifikant, wodurch sich trotz deutlich gesunkenem Vorsteuer-Periodenüberschuss der Konzern-Periodenüberschuss fast verdreifachte.
 
Kreditrisikovorsorgen steigen
 
Als Folge der einsetzenden Rezession und der negativen Entwicklung der Wechselkurse war im ersten Quartal 2009 die erwartete deutliche Steigerung der notleidenden Kredite zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere für Fremdwährungskredite. Die Neudotierung an Kreditrisikovorsorgen stieg damit um 500 Millionen Euro auf 596 Millionen Euro. Dies betraf vornehmlich Kredite in der Ukraine, Russland, Ungarn sowie Serbien.
 
Die Folgen der internationalen Finanzmarktkrise fanden in Zentral- und Osteuropa im vierten Quartal 2008 ihren Niederschlag in erheblichen Abwertungen einiger CEE-Währungen. Die Dynamik der Währungsabwertungen ließ zu Ende des ersten Quartals 2009 nach. Dennoch belasteten Wechselkursrückgänge beim russischen Rubel, dem polnischen Zloty sowie dem ungarischen Forint das Eigenkapital der RZB in der Berichtsperiode mit rund 368 Millionen Euro.
 
Die gesamten Eigenmittel sanken daher per 31. März 2009 um 3,1 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Die Eigenmittelquote verringerte sich dadurch leicht von 10,2 Prozent auf 10,1 Prozent, die Kernkapitalquote (berechnet auf das Kreditrisiko) von 8,4 Prozent auf 8,2 Prozent.
 
Eigenkapitalbasis gestärkt
 
Um ihre Risikotragfähigkeit zu erhöhen und Wettbewerbsnachteile zu verhindern, da viele Mitbewerber umfangreiche Unterstützungen ihrer nationalen Regierungen genießen oder sich in staatlichem Eigentum befinden, schloss die RZB Ende März 2009 mit der Republik Österreich einen Vertrag, wonach diese 1,75 Milliarden Euro Partizipationskapital zeichnet. Das Partizipationskapital ist nicht mit Stimmrechten ausgestattet, kann nicht in Stamm- oder Vorzugsaktien umgewandet werden und bewirkt keine Veränderung in der Eigentümerstruktur der RZB. Da das Kapital erst im April eingezahlt wurde, ist es zum Quartalsstichtag noch nicht berücksichtigt.
 
Inklusive der Partizipationskapitalemission hätte die Kernkapitalquote der RZB zum Quartalsstichtag 10,2 Prozent (Kreditrisiko) bzw. 8,4 Prozent (gesamtes Risiko nach Basel II) betragen.
 
Return on Equity sinkt auf 4 Prozent
 
Das stark gesunkene Vorsteuerergebnis spiegelt sich auch im Return on Equity wider, der mit 3,6 Prozent deutlich unter dem Niveau der Vergleichsperiode 2008 (10,4 Prozent) blieb. Das der Berechnung zugrundeliegende durchschnittliche Eigenkapital fiel – überwiegend aufgrund von Währungsdifferenzen – um 9 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro.
 
Bilanzsumme stabil auf Jahresendniveau
 
Die Währungsabwertungen hatten auch auf die Entwicklung der Bilanzsumme der RZB spürbaren Einfluss und führten seit Jahresbeginn zu einer Reduktion um rund 3 Milliarden Euro. Neben den Währungseffekten zeigten allerdings auch Maßnahmen zur Reduktion und Stabilisierung der Kreditportfolios Wirkung und führten zu einem Rückgang um 4 Prozent bzw. 3,1 Milliarden Euro. Umgekehrt wurden kurz- bis mittelfristige Veranlagungspositionen aufgebaut, die ihren Niederschlag mit einem Plus von insgesamt 10,8 Milliarden Euro fanden; vor allem in den aktivseitigen Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute sowie Wertpapiere und Beteiligungen. Per Saldo blieb die Bilanzsumme damit weitgehend unverändert.
 
 
Details zu Segmenten, Bilanz und Erfolgsrechnung der RZB finden Sie im Zwischenbericht zum 1. Quartal 2009 unter www.rzb.at/q1bericht2009
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Andreas Ecker-Nakamura
Head of Public Relations
A A ASchriftgröße Home 09. Februar 2012 01:16 © RZB