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Raiffeisen Zentralbank
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RI: Rekordergebnis für 2008 trotz globaler Finanzkrise

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  • Konzern-Jahresüberschuss steigt um 16,7 Prozent auf
    982 Millionen Euro
  • Kreditrisikovorsorgen mit 780 Millionen Euro gegenüber 2007 um 119 Prozent erhöht
  • Gesteigerte Effizienz verbessert Cost/Income Ratio um 3,6 Prozentpunkte auf 54,0 Prozent
  • Return on Equity vor Steuern sinkt um 3,7 Prozentpunkte auf 22,0 Prozent
  • Gewinn je Aktie steigt um 10,2 Prozent auf 6,39 Euro, Dividendenvorschlag: 0,93 Euro je Aktie
  • Bilanzsumme steigt um 17,4 Prozent auf 85,4 Milliarden Euro
  • Kundeneinlagen legen um 9,3 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro zu, Forderungen an Kunden erhöhen sich um 18,5 Prozent auf 57,9 Milliarden Euro
  • GUS leistet mit 40 Prozent größten Ergebnisbeitrag vor Steuern; Südosteuropa: 33 Prozent; Zentraleuropa: 27 Prozent
  • Kundenzahl steigt um rund 1 Million auf 14,7 Millionen
  • Geschäftsbereich Corporate Customers mit starkem Ergebnisbeitrag: 884 Millionen Euro (plus 32 Prozent)
  • Geschäftsbereich Retail Customers vor allem wegen erhöhter Risikovorsorgen mit rückläufigem Ergebnisbeitrag (minus 11 Prozent auf 435 Millionen Euro)
  • Konzern-Periodenüberschuss im 4. Quartal 2008 mit 120,5 Millionen Euro um 44 Prozent unter dem Vergleichswert 2007
  • Im Jahr 2009 Fokus auf Kundeneinlagen und Kostenoptimierung
 
Alle angeführten Zahlen gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS).
 
Zentral- und Osteuropa 2008Die Raiffeisen International Bank-Holding AG, Teil des Konzerns der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), wies trotz der globalen Finanzkrise ein Rekordergebnis für das Geschäftsjahr 2008 aus. Der Konzern-Jahresüberschuss (nach Steuern und Minderheiten) stieg um 16,7 Prozent auf 982 Millionen Euro (2007: 841 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss vor Steuern betrug 1.429 Millionen Euro (2007: 1.238 Millionen Euro). Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 5,80 Euro im Jahr 2007 auf 6,39 Euro. Für das Geschäftsjahr 2008 wird der Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer im Vergleich zum Vorjahr gleich bleibenden Dividende in Höhe von 0,93 Euro je Aktie vorschlagen. Wenn die Hauptversammlung diesem Vorschlag des Vorstands folgt, wird die Ausschüttungssumme damit insgesamt 143,8 Millionen Euro betragen.
 
"Das Jahr 2008 entwickelte sich für uns trotz des spürbar schlechteren gesamtwirtschaftlichen Marktumfelds wieder zu einem Rekordjahr und unterstreicht die Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells", sagte Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International. "Trotz unserer generell guten Entwicklung haben wir im vergangenen Jahr rasch auf den Konjunkturabschwung in der Region reagiert." Neben der fortgesetzten Verschärfung der Risikokriterien wurden Fremdwährungskredite stark eingeschränkt, und es kam zu einem konzernweiten Stopp beim Filialausbau und bei der Anstellung neuer Mitarbeiter. In der Ukraine wurde ein Personalabbau notwendig, ein Schritt zu dem sich das Unternehmen Anfang 2009 auch in Ungarn gezwungen sah. Darüber hinaus wird es in der Slowakei aufgrund von Prozessoptimierungen zu einer Reduktion des Mitarbeiterstandes kommen. "Mit den bereits gesetzten und kommenden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Erhöhung unserer Schlagkraft sind wir zuversichtlich, ausreichend fit ins Jahr 2009 zu starten und der Krise trotzen zu können", fügte Stepic hinzu.
 
Betriebsergebnis dank Zinsüberschuss um 40 Prozent gestiegen
 
Trotz des weltweit ungünstigen Marktumfelds erreichte die Raiffeisen International 2008 ihr bisher bestes Ergebnis. So wurde das Betriebsergebnis im gesamten Geschäftsjahr um knapp 40 Prozent auf 2.247 Millionen Euro gesteigert.
 
Treiber des Wachstums war wie in den Vorjahren der Zinsüberschuss, der um ein Drittel auf 3.232 Millionen Euro zunahm. Zu diesem Anstieg trugen beide Geschäftsbereiche bei – und zwar Corporate Customers mit 39 Prozent sowie Retail Customers mit 28 Prozent Zuwachs. Der Schwerpunkt auf regionaler Ebene lag in der GUS, wo der Anstieg mit über 40 Prozent am größten ausfiel. Dadurch stieg die Zinsspanne des Konzerns im Jahresvergleich nochmals um 13 Basispunkte auf 3,99 Prozent. Der Anteil des Zinsüberschusses an den Betriebserträgen lag um 2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau und betrug 66 Prozent.
 
Der Provisionsüberschuss wuchs um knapp 20 Prozent oder 247 Millionen Euro auf 1.496 Millionen Euro, was einem Anteil von 31 Prozent an den Betriebserträgen entsprach.
 
Die Verwaltungsaufwendungen wuchsen im Berichtsjahr um 21 Prozent oder 449 Millionen Euro auf 2.633 Millionen Euro. Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 21 Prozent deutlich unter jenem der Betriebserträge von 29 Prozent. Dies wirkte sich positiv auf die für die Effizienzmessung von Banken wichtige Cost/Income Ratio – sie setzt die Verwaltungsaufwendungen ins Verhältnis zu den Betriebserträgen – aus. Sie verbesserte sich um 3,6 Prozentpunkte von 57,6 auf 54,0 Prozent.
 
 
Kreditrisikovorsorgen 2008 mehr als verdoppelt
 
Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch vor den CEE-Ländern nicht Halt macht, musste die Dotierung der Kreditrisikovorsorgen im Geschäftsjahr 2008, insbesondere im vierten Quartal, wesentlich erhöht werden. Die Vorsorgen stiegen um 119 Prozent oder 423 Millionen Euro auf 780 Millionen Euro, ihre Zunahme lag damit weit über dem Wachstum des Geschäftsvolumens. Die Risk/Earnings Ratio erhöhte sich daher deutlich von 14,8 auf 24,1 Prozent.
 
"Die signifikante Aufstockung unserer Kreditrisikovorsorgen spiegelt einerseits den deutlichen Konjunkturabschwung im vierten Quartal wider, anderseits ist sie Resultat unserer traditionell konservativen Wertberichtigungspolitik", sagte Martin Grüll, Finanzvorstand der Raiffeisen International.
 
Knapp zwei Drittel der Kreditrisikovorsorgen (507 Millionen Euro) wurden für Retail Customers dotiert, der Rest entfiel im Wesentlichen auf Corporate Customers (269 Millionen Euro). Regional gesehen lag der Schwerpunkt der neu gebildeten Kreditrisikovorsorgen mit einem Anteil von 46 Prozent oder 356 Millionen Euro in der GUS und entspricht einer regionalen Risk/Earnings Ratio von 28 Prozent. Auch Zentraleuropa wies einen erhöhten Vorsorgebedarf aus, die Neudotierung von 265 Millionen Euro ergab hier eine Risk/Earnings Ratio von 26 Prozent. In Südosteuropa wuchs die Neudotierung mit 159 Millionen Euro gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahresniveau zwar deutlich, die Risk/Earnings Ratio von 17 Prozent war jedoch die niedrigste im Konzern.
 
Schwerpunkt auf Kundeneinlagen
 
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Raiffeisen International war im vergangenen Jahr die Ausweitung der Kundeneinlagen, die zum Jahresende 2008 schließlich bei 44,2 Milliarden Euro und damit um 9,3 Prozent über dem Wert des Vorjahres lagen (2007: 40,5 Milliarden Euro). "Dass wir die Kundeneinlagen trotz der allgemeinen Verunsicherung im vergangenen Herbst und Abzügen von veranlagten Geldern insgesamt deutlich steigern konnten, sehe ich als einen der wesentlichen Erfolge des vergangenen Jahres. Diese erfreuliche Entwicklung reflektiert das hohe Vertrauen, das die Kunden der Marke Raiffeisen und unserer langfristigen Strategie entgegenbringen", erklärte Stepic.
 
Die Forderungen an Kunden erhöhten sich im Jahr 2008 um 18,5 Prozent auf 57,9 Milliarden Euro (2007: 48,9 Milliarden Euro). Die Bilanzsumme der Raiffeisen International betrug Ende 2008 85,4 Milliarden Euro und war somit um 17,4 Prozent höher als die 72,7 Milliarden Euro im Jahr davor.
 
Kernkapitalquote über 8 Prozent trotz Währungsabwertungen
 
Das bilanzielle Eigenkapital der Raiffeisen International einschließlich des Konzern-Jahresüberschusses und der Fremdanteile erreichte zum Jahresultimo einen Stand von 6.518 Millionen Euro. Trotz eines Konzern-Jahresüberschusses inklusive Minderheiten von 1.078 Millionen Euro blieb das Eigenkapital damit vor allem durch Währungsabwertungen um 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
 
Der Return on Equity (ROE) vor Steuern verringerte sich von 25,7 auf 22,0 Prozent. Dies lag in erster Linie an dem zugrunde liegenden durchschnittlichen Eigenkapital, das 2008 aufgrund von Gewinnthesaurierungen und der im vierten Quartal 2007 durchgeführten Kapitalerhöhung, die 1.220 Millionen Euro einbrachte, mit 6.483 Millionen Euro um 35 Prozent über dem Vorjahreswert lag.
 
Die Eigenmittel stiegen, insbesondere beeinflusst durch den negativen Effekt aus der Währungsumrechnung, lediglich um 5 Prozent auf 6.991 Millionen Euro. Die Kernkapitalquote bezogen auf das Gesamtrisiko fiel daher um 2,4 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent, die Eigenmittelquote um 2,7 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent.
 
Kundenzahl dank diversifiziertem Netzwerk um rund 1 Million gestiegen
 
Die Raiffeisen International betreute zum Ende der Berichtsperiode knapp 14,7 Millionen Privatkunden und Kleinunternehmen durch Geschäftsstellen, Bankomaten sowie Internet- und Telefonbanking. Den Kunden standen dabei die 3.231 Filialen des größten Bankennetzwerks in Zentral- und Osteuropa, knapp 6.600 Bankomaten und mehr als 60 Hypothekenzentren bei ihren täglichen Bank- und Finanzgeschäften zur Verfügung. Mehr als 20.000 Berater unterstützten die Kunden bei sämtlichen Fragen rund um Giro- und Sparkonten, Zahlungsverkehr, Immobilienfinanzierungen, Konsumentenkredite, Kreditkarten und Kontokorrente. Zudem bot die Raiffeisen International ihren Kunden die Möglichkeit, Finanzierungen auch bei mehr als 1.500 Autohäusern und 2.150 Einzelhandelsgeschäften abzuschließen.
 
"Die Raiffeisen International ist mit ihrer Präsenz auf 17 Märkten sehr breit in CEE aufgestellt. Unser Portfolio weist damit sowohl geografisch als auch hinsichtlich der Geschäftsstruktur – wir decken mit Großkunden, KMU und Privaten alle Kundengruppen ab – einen guten Risikomix auf. Knapp 60 Prozent unseres Refinanzierungsbedarfs wird lokal, also über Spareinlagen von Kunden, abgedeckt", sagte Grüll.
 
Ergebnis des 4. Quartals 2008 vor allem wegen Kreditrisikovorsorgen deutlich unter dem Vergleichswert 2007
 
Die globale Finanzkrise wurde im vierten Quartal 2008 erstmals auf den Märkten der Raiffeisen International spürbar. So erwirtschaftete der Konzern einen Zinsüberschuss (nach Kreditrisikovorsorgen) in Höhe von 475,6 Millionen Euro, um 20,8 Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Grund dafür waren die mit 414,8 Millionen Euro dotierten und somit um rund 300 Millionen Euro höheren Kreditrisikovorsorgen. Das Provisionsergebnis lag mit 398,6 Millionen Euro um 12,3 Prozent über dem Vergleichsquartal 2007. Bereits im Oktober wurde vor dem Hintergrund der Abwertung der ukrainischen Hryvna zum US-Dollar darüber hinaus der Hedge für die Kapitalinvestitionen in der Ukraine zum Teil ineffektiv und deshalb ergebniswirksam erfasst. Das Ergebnis wurde dadurch mit 88 Millionen Euro belastet.  Nicht zuletzt durch diese Position reduzierte sich der Konzern-Periodenüberschuss gegenüber der Vergleichsperiode um 44 Prozent auf 120,5 Millionen Euro.
 
Segmentberichterstattung:
 
Zentraleuropa
Im Berichtsjahr blieb das Ergebnis in der Region Zentraleuropa leicht unter dem des Vorjahres. Der Jahresüberschuss vor Steuern sank gegenüber der Vergleichsperiode um 2 Prozent oder 11 Millionen Euro auf 442 Millionen Euro. Der Return on Equity vor Steuern für Zentraleuropa sank um 5,7 Prozentpunkte auf 16,9 Prozent. Die Hauptfaktoren für diesen Rückgang waren das gegenüber der Vergleichsperiode um 30 Prozent erhöhte durchschnittliche Eigenkapital, deutlich höhere Kreditrisikovorsorgen in der Region sowie ergebnisverbessernde Sondereffekte im Vorjahr.
 
Der Zinsüberschuss nahm 2008 um 25 Prozent auf 1.025 Millionen Euro zu. Auch die Aktiva des Konzerns in Zentraleuropa wuchsen um 25 Prozent. Die Nettozinsspanne verbesserte sich gegenüber der Vergleichsperiode um 2 Basispunkte und betrug 3,14 Prozent. Die Kreditrisikoaktiva wuchsen mit einem Plus von 13 Prozent von zuvor 20,8 Milliarden Euro auf 23,5 Milliarden Euro deutlich schwächer als die Bilanzaktiva. Ihr Anstieg beruhte hauptsächlich auf organischem Wachstum, dem allerdings die Einführung von Basel II entgegenwirkte, die zu einem Rückgang der risikogewichteten Aktiva führte.
 
Die Neudotierung von Kreditrisikovorsorgen stieg um 117 Prozent auf 265 Millionen Euro. Diese Steigerung ging hauptsächlich auf Neudotierungen bei Einzelwertberichtigungen in Ungarn und Polen zurück, während die Portfolio-Wertberichtigungen in der Region auf Vorjahresniveau blieben. Die Risk/Earnings Ratio erhöhte sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum um 11,0 Prozentpunkte auf 25,9 Prozent. Der Anteil der Non-Performing Loans am Kreditportfolio stieg gegenüber der Vergleichsperiode um 48 Basispunkte auf 3,12 Prozent.
 
Der Provisionsüberschuss der Region wuchs um 21 Prozent oder 98 Millionen Euro auf 568 Millionen Euro. Wesentlichen Anteil daran hatten das Devisen- und Valutengeschäft mit 257 Millionen Euro sowie der Zahlungsverkehr und die Kontodienstleistungen mit 201 Millionen Euro. Weitere 55 Millionen Euro steuerte das Kredit- und Garantiegeschäft bei. Den größten Zuwachs im Provisionsüberschuss verbuchten die Konzerneinheiten in der Tschechischen Republik und in Polen. Der Anteil des provisionswirksamen Geschäfts an den Betriebserträgen war in Zentraleuropa mit 35 Prozent der höchste aller Segmente.
 
Das Handelsergebnis der Region Zentraleuropa blieb mit 56 Millionen Euro auf dem Niveau der Vergleichsperiode. Aus dem währungsbezogenen Geschäft wurde hier ein positives Ergebnis von 85 Millionen Euro erzielt. Hingegen verbuchte die Region beim zinsbezogenen Geschäft einen Verlust von 27 Millionen Euro, der hauptsächlich durch Bewertungsverluste bei Wertpapieren – in erster Linie von Sovereigns – und derivativen Finanzinstrumenten verursacht wurde.
 
Südosteuropa
In der Region Südosteuropa lag der Jahresüberschuss vor Steuern mit 534 Millionen Euro deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres von 476 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss wuchs damit – hauptsächlich dank des stark gestiegenen Zins- und Provisionsüberschusses – um 12 Prozent. Damit verzeichnete die Region das zweithöchste Ergebnis aller Segmente. Aufgrund der deutlich höheren Eigenkapitalbasis sank der Return on Equity vor Steuern um 4,5 Prozentpunkte auf 25,8 Prozent.
 
Der Zinsüberschuss in der Region erhöhte sich um 29 Prozent oder 215 Millionen Euro auf 947 Millionen Euro, während die Bilanzaktiva um 12 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro stiegen. Dies wurde durch eine Verbesserung der Nettozinsspanne erreicht, die um 22 Basispunkte auf 3,96 Prozent zunahm. Die Kreditrisikoaktiva erhöhten sich um 16 Prozent von zuvor 16,3 Milliarden Euro auf 18,9 Milliarden Euro. Hier kam der Basel-II-Effekt etwas stärker zum Tragen, da in dieser Region Staaten mit niedrigeren Ratings erfasst sind.
 
Die Dotierung der Kreditrisikovorsorgen stieg ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau um 171 Prozent oder 100 Millionen Euro auf 159 Millionen Euro. Dieser Zuwachs ging vor allem auf Neudotierungen zu Portfolio-Wertberichtigungen in nahezu allen Konzerneinheiten der Region zurück. Die Einzelwertberichtigungen erhöhten sich überwiegend durch Dotierungen in der serbischen Konzerneinheit. Die Risk/Earnings Ratio stieg daher auf 16,8 Prozent (plus 8,8 Prozentpunkte). Der Anteil der Non-Performing Loans am Kreditportfolio nahm im Jahresabstand um
68 Basispunkte auf 2,26 Prozent zu.
 
Der Provisionsüberschuss stieg um 20 Prozent von 385 Millionen Euro auf 463 Millionen Euro. Der Zahlungsverkehr lieferte dazu einen Beitrag von 175 Millionen Euro, das Devisen- und Valutengeschäft steuerte 102 Millionen Euro bei. Weitere 91 Millionen Euro erbrachte das Kredit- und Garantiegeschäft. Die größten Zuwächse der Region verbuchte die provisionsstärkste Einheit – die Raiffeisen Bank in Rumänien (plus 52 Millionen Euro).
 
Eine positive Entwicklung verzeichnete in der Region Südosteuropa auch das Handelsergebnis. In Summe erhöhte es sich um 20 Prozent auf 57 Millionen Euro. Das währungsbezogene Geschäft lag dabei mit 80 Millionen Euro deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode (26 Millionen Euro). Marktbedingt war beim zinsbezogenen Geschäft ein Verlust von 12 Millionen Euro zu verbuchen, und im aktienbezogenen Geschäft ergaben sich, speziell durch Positionen in Kroatien sowie
Bosnien und Herzegowina, Verluste von 11 Millionen Euro.
 
Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
Der Jahresüberschuss vor Steuern dieses Segments wuchs in der Berichtsperiode um 50 Prozent oder 223 Millionen Euro auf 665 Millionen Euro. Damit war der Anstieg des Ergebnisses in der Region deutlich höher als im restlichen Konzern. Diese Ergebnissteigerung resultierte hauptsächlich aus dem sehr hohen Wachstum des Zinsüberschusses und des Handelsergebnisses. Der Return on Equity vor Steuern stieg demzufolge um 4,0 Prozentpunkte auf 33,9 Prozent.
 
Der Zinsüberschuss der Region entwickelte sich mit einem Plus von 41 Prozent oder 375 Millionen Euro auf 1.297 Millionen Euro deutlich dynamischer als die Bilanzaktiva, die um 18 Prozent oder 3,4 Milliarden Euro auf 22,9 Milliarden Euro zunahmen. Ein wesentlicher Grund dafür war die deutlich verbesserte Nettozinsspanne, die um 64 Basispunkte auf 6,10 Prozent stieg.
 
Die Kreditrisikoaktiva erhöhten sich im Einklang mit den Bilanzaktiva um 18 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Die Entwicklung war dabei von gegenläufigen Effekten beeinflusst: Das wachsende Retail-Geschäft profitierte von der günstigeren Basel-II-Berechnung, da die Vorjahresvergleichswerte noch auf der Berechnung nach Basel I beruht hatten. Die Ausweitung des Geschäfts mit Corporates führte hingegen zu einer vergleichsweise stärkeren Erhöhung der Kreditrisikoaktiva.
 
Die Dotierung der Kreditrisikovorsorgen verdoppelte sich von 176 Millionen Euro in der Vergleichsperiode auf 356 Millionen Euro im Berichtsjahr. Diese Erhöhung ging vor allem auf das Konto von umfangreichen Portfolio-Wertberichtigungen, die im Zusammenhang mit Krediten an Privatkunden in der Ukraine zu bilden waren. Der Grund dafür lag im starken Währungsverfall, der bei den Kunden zu einem höheren Schuldendienst führte. Der Anstieg der Einzelwertberichtigungen lag hingegen nur bei 37 Prozent und war mehrheitlich durch Retail Customers impliziert. Die Risk/Earnings Ratio erhöhte sich um 8,4 Prozentpunkte auf 27,5 Prozent. Der Anteil der Non-Performing Loans am Kreditportfolio stieg um 186 Basispunkte und erreichte 3,61 Prozent.
 
Der Provisionsüberschuss verzeichnete 2008 einen Anstieg um 64 Millionen Euro auf 457 Millionen Euro. Der Zahlungsverkehr lieferte dazu mit 261 Millionen Euro den wichtigsten Beitrag. Das Devisen- und Valutengeschäft steuerte 146 Millionen Euro bei.
 
Das Handelsergebnis wuchs von 47 Millionen Euro auf 161 Millionen Euro. Aus dem währungsbezogenen Geschäft resultierte hier ein Ertrag von 199 Millionen Euro. Der Großteil davon (145 Millionen Euro) stammte aus Absicherungsgeschäften in der russischen Konzerneinheit, die zur Minimierung des Währungsrisikos bestimmter Kreditportfolios genutzt wurden. Das zinsbezogene Geschäft hingegen brachte einen Verlust von 50 Millionen Euro, der überwiegend auf Bewertungsverlusten bei Wertpapieren von Corporates in Russland basierte.
 
Die Raiffeisen International wendet seit dem Berichtsjahr den IFRS 8 vorzeitig an und stellt die entsprechend umgestellte Segmentierung im Konzernabschluss ihres Geschäftsberichts dar. Gemäß den IFRS-8-Regelungen wird nur noch nach einem Segmentierungskriterium berichtet. Zum 31. Dezember 2008 bestanden somit die Segmente Zentraleuropa, Südosteuropa, Russland und GUS Sonstige, für die als Zuordnungskriterium jeweils der Sitz der einzelnen Geschäftsstellen dient.
 
Geschäftsbereiche
Die Raiffeisen International ist – neben der Einteilung in geografische Segmente – in Geschäftsbereiche gegliedert, die der internen Organisation und Berichtsstruktur entsprechen. Das Geschäft des Konzerns wird in folgende Bereiche geteilt:
  • Corporate Customers
  • Retail Customers
  • Treasury
  • Participations and Other
 
Corporate Customers
Das Jahr 2008 war für den Bereich Corporate Customers von zwei gegenläufigen Geschäftsentwicklungen geprägt. Einerseits verzeichnete das Geschäftsfeld mit 884 Millionen Euro das beste Ergebnis vor Steuern in der Geschichte der Raiffeisen International und erwies sich damit erneut als Rückgrat und eines der Kerngeschäfte der Gruppe. Andererseits waren die letzten Monate des Jahres 2008 bereits von den Auswirkungen der Finanzkrise gekennzeichnet.
 
Der Geschäftsbereich Corporate Customers verzeichnete im Berichtsjahr einen starken Ergebniszuwachs. Der Jahresüberschuss vor Steuern wuchs im Periodenvergleich um 32 Prozent auf 884 Millionen Euro. Das operative Geschäft entwickelte sich dabei durchwegs positiv: Der Zinsüberschuss stieg um 39 Prozent auf 1.113 Millionen Euro, und auch der Provisionsüberschuss verzeichnete eine deutliche Steigerung von 26 Prozent auf 531 Millionen Euro. In Summe stiegen die Betriebserträge des Geschäftsbereichs um 34 Prozent von zuvor 1.250 Millionen Euro auf 1.678
Millionen Euro. Die Kreditrisikovorsorgen verdoppelten sich auf nunmehr 269 Millionen Euro.
 
Die Verwaltungsaufwendungen wuchsen moderat um 18 Prozent auf 526 Millionen Euro, womit sich die Cost/Income Ratio auf 31,3 Prozent weiter verbesserte. Das sonstige betriebliche Ergebnis stieg um 25 Prozent auf 33 Millionen Euro, wozu das Geschäftsfeld Operating Leasing mit 28 Millionen Euro den größten Beitrag leistete. Die Risikoaktiva für das Kreditrisiko nach Basel II erreichten 31,1 Milliarden Euro, was gegenüber dem noch nach Basel I berechneten Vergleichswert des Vorjahres eine Erhöhung um 26 Prozent bedeutet. Neben der Ausweitung des Geschäftsvolumens hing dies auch mit der neuen Berechnungsweise zusammen, die insbesondere Forderungen an Banken und an den öffentlichen Sektor mit höheren Risikogewichtungen belastete.
 
Der Return on Equity vor Steuern sank trotz des hohen Jahresüberschusses wegen der stark gestiegenen Eigenkapitalbasis um 3,8 Prozentpunkte auf 26,4 Prozent. Der Anteil dieses Geschäftsbereichs am Gesamtergebnis stieg um 8 Prozentpunkte auf 62 Prozent.
 
Retail Customers
Der Jahresüberschuss vor Steuern des Geschäftsbereichs Retail Customers sank gegenüber der Vergleichsperiode um 11 Prozent auf 435 Millionen Euro. Für diesen Rückgang waren vor allem die um 133 Prozent erhöhte Neudotierung von Kreditrisikovorsorgen (507 Millionen Euro) und die wegen der fortlaufenden Investitionen in das Filialnetz um 22 Prozent auf 1.876 Millionen Euro gestiegenen Verwaltungsaufwendungen verantwortlich.
 
Die Betriebserträge aus dem Geschäftsbereich Retail Customers stiegen um 25 Prozent auf 2.819 Millionen Euro. Im Zinsüberschuss wurde dabei mit einem Plus von 28 Prozent auf 1.844 Millionen Euro das größte Wachstum erzielt. Der Provisionsüberschuss stieg um 20 Prozent und erreichte 962 Millionen Euro. Trotz weiterhin hoher Verwaltungsaufwendungen sank die Cost/Income Ratio um 1,7 Prozentpunkte auf 66,6 Prozent. Die Kreditrisikoaktiva blieben mit 19,1 Milliarden Euro zum Ende der Berichtsperiode auf dem Niveau des Vorjahres. Trotz organischen Wachstums führten die Basel-II-Regelungen zu einer geringeren Gewichtung des Kreditvolumens von Retail-Kunden gegenüber dem nach Basel I berechneten Wert aus dem Vorjahr.
 
Der Return on Equity vor Steuern fiel aufgrund der im vergangenen Jahr stark gewachsenen Eigenkapitalbasis und des Rückgangs im Jahresüberschuss um 7,2 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent. Der Anteil des Geschäftsbereichs am Gesamtergebnis fiel um 9 Prozentpunkte auf 30 Prozent.
 
Im Lauf des Jahres 2008 rückte das Bemühen um Kundeneinlagen zunehmend in den Fokus der Raiffeisen International. Zahlreiche Marketingkampagnen wurden zu diesem Zweck initiiert und führten im vierten Quartal zu einem starken währungsbereinigten Zufluss an Kundeneinlagen, die damit wieder an das Niveau vor Verschärfung der Finanzkrise anknüpften. Im Dezember verzeichnete der Retail-Geschäftsbereich die bisher höchsten währungsbereinigten monatlichen Zuflüsse bei Kundeneinlagen. Die intensiven Marketingaktivitäten und Bemühungen in diese Richtung sollen 2009 fortgesetzt werden.
 
Treasury
Der Geschäftbereich Treasury erzielte einen Jahresüberschuss vor Steuern von 166 Millionen Euro (minus 12 Prozent). Der positive Ergebnisbeitrag wurde trotz des negativen Ergebnisses aus Finanzinvestitionen im Wesentlichen durch ein um 31 Prozent verbessertes Handelsergebnis erreicht. Dieses stieg trotz eines Sondereffekts, der durch die Auflösung eines Capital Hedge einen Verlust von 88 Millionen Euro ergab, vor allem durch hohe Bewertungsgewinne aus Fremdwährungsderivaten. Der Verlust aus Finanzinvestitionen betrug 48 Millionen Euro und erklärte sich durch die Abwertung von Wertpapieren infolge der Finanzkrise.
 
Die Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtsjahr um 30 Prozent. Damit erhöhte sich auch die Cost/Income Ratio um 3,7 Prozentpunkte auf 31,3 Prozent. Das Eigenmittelerfordernis und die Kreditrisikoaktiva stiegen wegen der erstmaligen Anwendung der Basel-II-Regelungen stark an, die Investitionen in Sovereigns und Banken an das entsprechende Rating binden. Die begünstigten Gewichtungen laut Basel I dürfen nicht mehr angewendet werden.
 
Der Return on Equity vor Steuern des Geschäftsbereichs sank wegen des Rückgangs im Jahresüberschuss sowie des Anstiegs des Eigenmittelerfordernisses und des auf dieser Basis errechneten Eigenkapitals um 7,3 Prozentpunkte auf 25,6 Prozent.
 
Participations & Other
Der Jahresüberschuss vor Steuern des Geschäftsbereichs Participations & Other verbesserte sich im Vergleich zur Vorperiode um 47 Prozent auf minus 56 Millionen Euro. Das Ergebnis ist hauptsächlich deshalb negativ, weil der Geschäftsbereich neben den Ergebnissen aus Beteiligungen und Nicht-Bankaktivitäten auch die Kosten der zentralen Konzernsteuerung enthält. Diese verbleiben in diesem Geschäftsbereich und werden nicht auf die anderen Bereiche aufgeteilt.
 
Außerdem enthält der Geschäftsbereich die kalkulatorischen Ergebnisse aus der Veranlagung des Eigenkapitals, die durch das hohe Zinsniveau in CEE im Berichtszeitraum stark stiegen.
 
Ausblick 2009
 
In den vergangenen Monaten kamen vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise vermehrt Bedenken über die wirtschaftliche Stabilität und Bonität einiger Länder der CEE-Region sowie der dort tätigen Finanzinstitute auf. Diese Bedenken wurden durch die teils deutlichen Währungsschwankungen gegenüber dem Euro noch verstärkt und beeinflussen auch das Geschäft der Raiffeisen International erheblich. Ungeachtet dessen bieten die Länder Zentral- und Osteuropas für Finanzinstitute interessante Perspektiven und langfristig attraktive Geschäftsmöglichkeiten, die auf dem Aufholbedarf gegenüber den westeuropäischen Ländern beruhen. Davon ist die Raiffeisen International weiter überzeugt und sieht die Region CEE nach wie vor als ihren Kernmarkt an. Da sich – wie schon in der Vergangenheit – auch künftig nicht alle Märkte gleich entwickeln werden, betrachtet das Unternehmen seine Präsenz mit einem großen Filialnetz in 17 Märkten in CEE als Stärke.
 
Die Raiffeisen International geht davon aus, dass das Geschäft mit Firmenkunden auch 2009 den größten Beitrag zum Vorsteuerergebnis leistet. Für das laufende Jahr plant der Konzern im Geschäftsfeld Corporate Customers eine Fortsetzung des Geschäftsmodells, das auf der ganzheitlichen Betreuung und Beratung von Hausbankkunden beruht. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten soll auf dem nicht zinstragenden Geschäft, etwa dem weiteren Ausbau der starken Position im Cash Management, liegen.
 
Für das Geschäftsfeld Retail Customers plant die Raiffeisen International, die Vorteile ihres großen Geschäftsstellennetzes zu nutzen. Trotz der schwierigen Marktbedingungen setzt sich das Unternehmen das Ziel, die Produktpalette auszubauen und geschäftsfeldspezifische Angebote zu entwickeln. Schwerpunkte sollen dabei der Ausbau der Versicherungsvermittlung, des Angebots an provisionsbasierten Produkten im Kreditgeschäft sowie des Geschäfts mit vermögenden Privatkunden sein. Zur Stärkung der Produktdurchdringung bei ihren Zielgruppen beabsichtigt die Raiffeisen International außerdem Investitionen in EDV-gestützte Systeme für das Kundenbeziehungsmanagement.
 
Nach mehreren Jahren starken Wachstums in der Kreditvergabe an Kunden soll im laufenden Geschäftsjahr der Fokus auf einer Verstärkung des aktiven Kreditportfolio- und Risikomanagements liegen. Für das Jahr 2009 kalkuliert die Raiffeisen International mit einem ähnlichen Niveau der Kredite an Kunden wie im Vorjahr. Kundeneinlagen rückten angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen für andere Refinanzierungsformen verstärkt in den Fokus. Vor diesem Hintergrund setzt das Unternehmen die Anstrengungen zur Gewinnung von Kundeneinlagen im Geschäftsjahr 2009 weiter fort.
 
Ferner ergriff das Management für das Jahr 2009 eine Reihe von Maßnahmen zur Dämpfung des aus dem Wachstum der vergangenen Jahre resultierenden Kostenanstiegs. Die Verwaltungsaufwendungen sollen sich dadurch etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Auch die Zahl der Filialen soll per Saldo auf Vorjahresniveau gehalten werden, wobei Optimierungen unter Rentabilitätsgesichtspunkten verstärktes Augenmerk gilt.
 
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Der Online-Geschäftsbericht ist unter http://gb2008.ri.co.at abrufbar. Sie können dort auch gedruckte Exemplare bestellen. Die englische Version ist unter http://ar2008.ri.co.at im Netz. Ein gedrucktes Exemplar in englischer Sprache kann unter der Internet-Adresse des englischen Geschäftsberichtes bestellt werden.
 
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