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Kapitalmärkte zwischen Finanzkrise und Rezession
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Die ersten negativen BIP-Veränderungsraten seit vielen Jahren haben Europa aufgeschreckt. Doch das zweite Quartal war kein Einmaleffekt. Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), rechnet mit einem anhaltenden Stagnationsumfeld in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. Die derzeit fallenden Rohöl- und Rohstoffpreise sind nur ein schwacher Trost, verdrängen allerdings die Inflationsgefahr. Folglich erwartet Peter Brezinschek im ersten Halbjahr 2009 mehrere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). In den USA wird das Leitzinsniveau konstant niedrig bleiben. Die eingeleitete Dollarstärkung sollte anhalten. Für Helge Rechberger, Leiter der RZB-Aktienmarktanalyse, bleiben die Turbulenzen bei Aktien und anderen risikobehafteten Vermögenswerten bis Jahresende das marktbestimmende Thema.Schwierigste Finanzmarktsituation der letzten Jahrzehnte
Obwohl es bei den US-Daten zuletzt einige positive Entwicklungen gab, sehen die Analysten der RZB das Konjunkturtief in den USA noch nicht erreicht. Jetzt, wo die Unterstützung durch die Steuerrückzahlungen wegfällt, drohe eine starke Abschwächung des privaten Konsums, und auch das Umfeld für die US-Exporteure wird zunehmend schwieriger. Die Eurozone steht im Vergleich dazu allerdings nicht besser da. Diverse Vorlaufindikatoren signalisieren schon seit Monaten eine rapide Abkühlung der Konjunktur.
In Verbindung mit markant rückläufigen Immobilienpreisen ist für den Euroraum eine Rezession nicht auszuschließen. Wichtige Nachbarländer der USA und der Eurozone bleiben von der Konjunkturabkühlung nicht verschont. "Japan und Großbritannien sehen wir schon jetzt in einer Rezession, und selbst hier ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht", so Brezinschek. Auch die Schwellenländer Asiens, Lateinamerikas und Afrikas können sich den globalen Trends nicht entziehen und werden ebenfalls mit Wachstumsrückgängen konfrontiert sein.
Verschärft wird diese Situation durch das vehemente Aufbrechen der Krise im Finanzsektor. Der Fall von Lehman Brothers hat Investoren weltweit aufgeschreckt und die schon extrem hohen Risikoprämien bei Unternehmensanleihen und Aktien weiter nach oben katapultiert. Eine Entspannung bei den Renditeaufschlägen am Corporate Bondmarkt (insbesondere High Yields) ist erst 2009 in Sicht. Die staatliche Hilfe für die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddy Mac sowie für AIG zeigt jedoch die Bereitschaft der US-Regierung, die notwendige Unterstützung zu gewähren. Staatliche Auffanggesellschaften, aber vor allem Fusionen und Übernahmen werden die nächsten Monate prägen, weil noch weitere in Schwierigkeiten geratene Institute saniert werden müssen.
"Das Umfeld wird sich für alle risikobehafteten Anlageformen bis Jahresende somit als sehr turbulent erweisen, während die sicheren Häfen, wie Staatsanleihen oder geldmarktnahe Veranlagungen, weiter profitieren werden", so Brezinschek.
Aktienindizes werden kräftig gebeutelt
„Die wichtigsten etablierten Aktienindizes werden nach einer kurzzeitigen Erholung im Juli und August nunmehr neuerlich kräftig gebeutelt und notieren in der Folge so tief wie schon seit drei Jahren nicht mehr. Gründe dafür sind in der mittlerweile global spürbaren Konjunkturabschwächung und vor allem in der Zuspitzung der Situation im Finanzsektor zu suchen“, so der Leiter der RZB-Aktienmarktanalyse, Helge Rechberger. Er geht davon aus, dass Milliardenabschreibungen bei den großen Finanzinstituten auch in den kommenden Wochen und Monaten auf der Tagesordnung stehen werden. Zusätzlich werden sich nun aber auch andere Teile der Wirtschaft auf einen markanten globalen Konjunktureinbruch einstellen müssen. "Wir sind deshalb vorsichtig, was die kurzfristige Entwicklung betrifft. Es wird ein stürmischer Herbst. Die Kapitalmarktsituation auf längere Sicht sehen wir jedoch entspannter. Die Bewertungen sind – anders als in vergangenen Krisen – günstig und wir rechnen mit einer Aufhellung der Stimmung an den Aktienmärkten im Verlauf des ersten Halbjahres 2009", so Rechberger abschließend.
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Die ersten negativen BIP-Veränderungsraten seit vielen Jahren haben Europa aufgeschreckt. Doch das zweite Quartal war kein Einmaleffekt. Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), rechnet mit einem anhaltenden Stagnationsumfeld in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. Die derzeit fallenden Rohöl- und Rohstoffpreise sind nur ein schwacher Trost, verdrängen allerdings die Inflationsgefahr. Folglich erwartet Peter Brezinschek im ersten Halbjahr 2009 mehrere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). In den USA wird das Leitzinsniveau konstant niedrig bleiben. Die eingeleitete Dollarstärkung sollte anhalten. Für Helge Rechberger, Leiter der RZB-Aktienmarktanalyse, bleiben die Turbulenzen bei Aktien und anderen risikobehafteten Vermögenswerten bis Jahresende das marktbestimmende Thema.