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RZB-Analyse: Tschechien wird Fußball-Europameister

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Fußballtrainer und Anleger stehen grundsätzlich vor dem gleichen Problem: Es geht darum, die "richtige Mischung" zu finden, die zum Erfolg führt. Sie soll am Ende zu "maximalem Ertrag", dem EM-Titel bzw. der größtmöglichen Rendite, verhelfen. Auf dem Weg dorthin zählt aber auch die Konstanz der Leistung, die dem einen FIFA-Punkte und dem anderen möglichst geringe Schwankungsbreiten im Portfolio bringen soll.
 
Die Nummer 1
verleiht dem Team das notwendige Rückgrat. Was den Deutschen bei der WM in Japan und Südkorea Olli Kahn war, das könnte in stürmischen Kapitalmarktzeiten wie diesen ein Titel wie etwa die Gaz de France sein, der seine defensiven Qualitäten schon in den letzten Wochen unter Beweis gestellt hat.
 
Die Abwehr
soll stehen wie ein Bollwerk. Hier wird vermutlich auch die österreichische Nationalelf zum Laufen kommen. Umso mehr sollte im Portfolio darauf geachtet werden, dass auch solche Titel enthalten sind, die nicht sofort bei jedem kleinen Husten eines US-Finanzkonzerns oder nach schlechten Konjunktur-Vorlaufindikatoren umfallen. Unilever, Nestlé, Roche und Heineken gehören daher in eine Viererkette von europäischem Format. Im defensiven Mittelfeld würde sich darüber hinaus in Anlehnung an das erfolgreiche Münchener Modell mit Zé Roberto die spanische Telefonica eignen.
 
Im Mittelfeld
zählen Spielwitz und exzellente Ballführung. In den 70ern haben Kaiser Franz (Beckenbauer) oder Herbert "Schneckerl" Prohaska gezeigt, wie das geht. Heute setzt man am Rasen im offensiven Mittelfeld auf Franck Ribéry und im Depot auf Nokia.
 
An den Außenflanken
zählen Beweglichkeit und Sprintstärke. Hier würden kann man aus dem Fundus der europäischen Aktienmärkte die Papiere von SAP und Porsche umherwirbeln lassen. Diese lassen die gegnerische Abwehr alt aussehen, wie sonst nur Cristiano Ronaldo oder Arjen Robben.
 
Im Angriff
braucht es waschechte Abstauber. Wie einst bei Gerd Müller oder Hans Krankl geht es darum, mit Beharrlichkeit – und ohne jeden Sinn für ein Aushelfen in der Defensive – auf die Chance zu warten und dann vom Fünferraum alle erdenklichen und unmöglichen Bälle einzunetzen. Auf den Kapitalmärkten ist das in der zweiten Halbzeit des Jahres 2008 eine Sache der Finanzwerte. Aktuell tot geglaubte US-Investmentbanken dürfen ja nicht in das Euro-Team nominiert werden, Europas (weniger volatile) Finanzriesen Deutsche Bank und AXA sind aber ebenso geeignet.
 
Und wer gewinnt nun die Euro 2008?
 
Laut aktuellem FIFA-Ranking, das sich aus der bisherigen Leistung bei Länderspielen errechnet, gewinnt Italien das EM-Finale gegen Deutschland und verweist Spanien und Tschechien auf die Plätze drei und vier. Buchmacher erwarten laut Konsensus hingegen ein anderes Ergebnis. Sie sehen Deutschland vor Spanien, Italien und Portugal. Gemessen am Investitionsvolumen in das Portfolio an Spielern sollte die Performance Frankreichs allerdings über der von Portugal, Spanien und Deutschland liegen.
 
Ganz anders sieht es wiederum aus, wenn es nach dem Bierkonsum geht. Demnach gewinnt die tschechische Elf vor Spanien, Deutschland und den Niederlanden. Hier zeigt sich allerdings auch die Wichtigkeit des Loses. Obwohl nach Tschechien und Deutschland, Österreich an dritter Stelle des Bierkonsum-Rankings steht, kann es sich nicht unter den Topmannschaften etablieren: Bereits im Viertelfinale würde Österreich (rund 112 Liter pro Jahr und Person) vom übermenschlichen Gegner Tschechien (160 Liter) deutlich geschlagen.
 
Nachdem es sich bei diesen Einschätzungen zum künftigen Europameister überwiegend um eindimensionale Prognosen handelt, haben die RZB-Analysten ein quantitatives Modell erstellt, das die wichtigsten Einflussgrößen in ihrer Wechselwirkung betrachtet.
 
Auf Basis dieses RZB-Modells ergibt sich folgendes Bild: Während sich die Tschechische Republik im Halbfinale gegen Deutschland durchsetzen kann, bezwingt Spanien den amtierenden Weltmeister Italien. Für das Finale ergibt sich nach Prognosen der RZB-Analysten dann nur ein hauchdünner Vorsprung (Elfmeterschießen) für den zukünftigen Europameister. Und dieser neue Europameister wird unseren Berechnungen nach die Tschechische Republik. Im Zusammenspiel aus Marktwert der Spieler, FIFA-Punktezahl, Punktgewinn der letzten drei Länderspiele und weiteren Datensätzen kann man sich im Finale etwas glücklich aber verdient gegen Spanien durchsetzen.

Die detaillierte Publikation kann bei Marion Zeller (email: marion.zeller@rzb.at, Tel: +43-1-717 07-1522) bestellt werden.

Die in diesem Text enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen dienen, trotz sorgfältiger Recherchen, lediglich der unverbindlichen Information und basieren auf dem Wissenstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss der Publikation Euro 2008 – Alles ist möglich. Dieser Text oder die Publikation können die Beratung für den An- oder Verkauf von Wertpapieren oder für Veranlagungen nicht ersetzen. Haftungsausschluss: Jegliche Haftung im Zusammenhang mit der Erstellung dieses Textes und der Publikation, insbesondere für die Richtigkeit und Vollständigkeit ihres Inhaltes oder für das Eintreten der darin erstellten Prognosen, ist ausgeschlossen.

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Andreas Ecker-Nakamura
Head of Public Relations
A A ASchriftgröße Home 09. Februar 2012 01:13 © RZB