09.01.2014 - 2014 im Zeichen der Konjunkturerholung

  • Österreich: Konjunkturelle Durststrecke überwunden
  • Differenzierter Aufschwung in CEE: Zentraleuropa als neuer Wachstumsführer
  • USA: Fed beginnt Normalisierung der Geldpolitik
  • Globale Aktienmärkte: Chancen/Risiko-Profil weiter attraktiver als bei vielen festverzinslichen Alternativen
  • ATX Kursziel: 2.800 Punkte bis Ende 2014
  • Aktien Top-Empfehlungen für Österreich und CEE: Mayr-Melnhof, Uniqa, Immofinanz, Alior Bank, Ciech und CTC-Media

„2014 steht in Europa, aber auch global gesehen, ganz im Zeichen der Konjunkturerholung. Für die Eurozone bringt das neue Jahr mit Basel III nicht nur eine Vielzahl von neuen Regelungen, sondern mit Lettland auch ein neues Mitglied. Auf den globalen Märkten kommt es durch den Rückzug des amerikanischen Anleihenkaufprogramms zu einem Ende der Liquiditätsschwemme. Die Emerging Markets außerhalb Europas dürften im ersten Quartal tendenziell hinter den etablierten Märkten zurückbleiben. Allerdings wird die Entwicklung differenziert ausfallen, denn reformorientierte Länder werden weiterhin höhere Performancegewinne aufweisen“, beginnt Peter Brezinschek, Leiter von Raiffeisen Research der Raiffeisen Bank International AG (RBI), seine Analysen in den beiden soeben erschienenen Publikationen „Strategie Globale Märkte“ und „Strategie Österreich & CEE“ zum ersten Quartal.

„Für die BRIC-Staaten sehen wir keine nennenswerte Wachstumsverbesserung aufgrund einsetzender Strukturänderungen in den nächsten zwölf Monaten. Wir erwarten den Höhepunkt der globalen Wachstumsdynamik Anfang 2015, weshalb die korrespondierenden BIP-Schätzungen für jenes Jahr über dem Potenzialwachstum liegen sollten. Auffallend ist auch, dass die Wachstumsdifferenzen innerhalb der Eurozone abnehmen sollten“, so Brezinschek weiter.

Österreich: Konjunkturelle Durststrecke überwunden

Nachdem die österreichische Volkswirtschaft im zweiten Halbjahr 2012 sowie im ersten Halbjahr 2013 so gut wie nicht vom Fleck gekommen ist, setzte im dritten Quartal 2013 eine zaghafte Konjunkturbelebung ein. Erstmals seit Anfang 2012 steuerten dabei Bruttoanlageinvestitionen, privater und vor allem staatlicher Konsum einen höheren Beitrag zum BIP-Wachstum pro Quartal bei als der Außenhandel, der zuvor als maßgebliche Wachstumsstütze fungierte. Die sichtbare Tendenz einer sich belebenden Binnennachfrage bei gleichzeitig geringer werdender Abhängigkeit vom Außenhandel sollte auch in den kommenden Quartalen das konjunkturelle Bild prägen.

„Für die kommenden Quartale rechnen wir mit einer weiteren Belebung der Konjunkturdynamik. Der konjunkturelle Höhepunkt dürfte dabei im Winterhalbjahr 2014/2015 erreicht werden. Für das Jahr 2014 gehen wir von einer Wachstumsbeschleunigung auf 1,5 Prozent nach erwarteten 0,3 Prozent in 2013 aus, gefolgt von 2,3 Prozent im Jahr 2015“, sieht Brezinschek die Wachstumsaussichten in Österreich durchaus positiv.

Differenzierter Aufschwung in CEE1: Zentraleuropa als neuer Wachstumsführer

Gegenüber den letzten Jahren hat sich das Konjunkturbild deutlich verschoben. War seit dem letzten Aufschwung die CIS-Region mit den stärksten Wachstumszahlen unterwegs, verschiebt sich die Wachstumsdynamik seit Sommer 2013 in Richtung Zentraleuropa (CE). Hier nehmen vor allem Polen, Tschechien und die Slowakei eine führende Rolle ein. „Während wir für CE von einem Wachstum von rund 2,3 Prozent in 2014 ausgehen, bleiben die Wachstumsaussichten in der CIS-Region weiter verhalten. Vor allem Russland mit nur 1,7 Prozent und die Ukraine mit einem Nullwachstum bleiben hinter den Erwartungen. Den Hauptgrund darin sehen wir in der mangelnden Modernisierung der Industrie außerhalb des Öl und Gas Sektors. Auch die Forcierung hochwertiger Güterproduktion für Konsumzwecke und die Umlenkung der Kapitalabflüsse in inländische Bruttoanlageinvestitionen sind unzureichend“, analysiert Brezinschek die Gründe für das schwache Wachstum in der CIS-Region.

Für die Wachstumsführerschaft in CE sieht er dabei vor allem zwei Effekte maßgeblich: „CE profitiert von den engen wirtschaftlichen Verflechtungen zu Deutschland, das der Konjunkturmotor der Eurozone ist. Darüber hinaus haben diese Länder ihre Industrie wettbewerbsfähig gemacht und können mit niedrigen Lohnstückkosten auch gegenüber Importen punkten.“

USA: Fed beginnt Normalisierung der Geldpolitik

Im Mai angedeutet, im September zurückgezogen, ist die Entscheidung zum Rückzug aus dem US-Anleihenkaufprogramm nun definitiv gefallen. Geplant ist eine schrittweise Einschränkung des Anleihenkaufprogramms, sodass dieses im vierten Quartal 2014 abgeschlossen sein sollte. Für 2014 ist noch eine Bilanzausweitung um USD 450 Milliarden, also von rund 3 Prozent des BIP, geplant.

„Wir haben nach wie vor erhebliche Zweifel am Fahrplan der Fed zur Normalisierung der Geldpolitik. Grund dafür ist, dass sich die US-amerikanische Konjunktur 2014 deutlich besser entwickeln wird als im abgelaufenen Jahr. Die Arbeitslosenquote dürfte damit weiter sinken und in der Folge sollte der Lohnauftrieb zunehmen. Der vorab festgelegte Schwellenwert der Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent wird bereits für das vierte Quartal 2014 erwartet. Obwohl die Fed eine Zinsanhebung erst für das zweite Halbjahr 2015 signalisiert, rechnen wir dennoch mit einem ersten Zinsschritt bereits Anfang 2015“, sieht Brezinschek die aktuellen Aussagen der Fed skeptisch.

Globale Aktienmärkte: Chancen/Risiko-Profil weiter attraktiver als bei vielen festverzinslichen Alternativen

Die Staatsanleihenrenditen bei den langen Laufzeiten in den USA und der Eurozone dürften wegen der Konjunkturbeschleunigung im Jahresverlauf weiter ansteigen. Mit Ausnahme von Russland und der Türkei sind die Renditen bei den Staatsanleihen der CEE-Region vergleichsweise tief. Die Analysten erwarten im Jahresverlauf 2014 im Zuge des Renditeanstieges in der Eurozone eine Parallelentwicklung für CEE-Staatsanleihen mit rund plus 50 bis 70 Basispunkten gegenüber Jahresende 2013.
Angesichts der vielfach niedrigen/negativen realen Performanceaussichten bei sicheren festverzinslichen Anlagealternativen, erscheint das Chancen/Risiko-Verhältnis für globale Aktien, auch vor dem Hintergrund der unterstellten Belebung der Weltwirtschaft und der Perspektive einer leichten Beschleunigung des Gewinnwachstums im Gesamtjahr 2014, noch ausgewogen. Die Ausreizung des Gewinnzyklus beschränkt das Kurspotenzial in den USA. Eine Kaufempfehlung gibt es für die Aktienmärkte der Eurozone. Hier wirken sich die sich weiter stabilisierende Konjunktur, die Aussicht auf wieder steigende Gewinne und Margen, moderate Bewertungen wie auch der anhaltende Mangel an Rendite-trächtigen Veranlagungsalternativen positiv aus.

Im CEE-Raum sehen die Analysten von Raiffeisen Research bei den Aktienindizes grundsätzlich Aufholpotenzial. Die Performanceschätzungen für 2014 sind jedoch mit 6 bis 13 Prozent sehr unterschiedlich. „In Polen liegt der für 2014 erwartete Gewinnanstieg bei mäßigen 2,5 Prozent, wobei die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2014 von 13,0 im historischen Vergleich als moderat, allerdings leicht über westeuropäischem Niveau angesiedelt ist. Zudem dürften, nachdem die polnische Regierung weitere Details zur Pensionsreform bekanntgegeben hat, die privaten Pensionsfonds schneller als zuletzt angenommen zu Nettoverkäufern von polnischen Aktien mutieren“, erläutert Brezinschek die Untergewichtung für den polnischen Aktienindex.

„Mit einer Performance von plus 26 Prozent stellt der rumänische BET zweifelsohne den Spitzenreiter im Jahr 2013 dar. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen ein gutes Fundament für eine weiterhin überdurchschnittliche Entwicklung der Bukarester Börse. Die Regierung macht ihre Hausaufgaben und lässt Budgetdisziplin walten. Fundamental sind die rumänischen Titel trotz der Anstiege nach wie vor günstig bewertet. Auf Indexbasis erwarten wir für 2014 ein KGV von 6,5“, so Brezinschek weiter.

ATX Kursziel: 2.800 Punkte bis Ende 2014

Merklich verbesserte volkswirtschaftliche Daten sollten im Jahr 2014 den Haupttreiber für Aktienmärkte darstellen. Auch das weiterhin niedrige Zinsniveau unterstützt die Assetklasse Aktien. „In diesem Umfeld prognostizieren wir einen Anstieg des ATX auf 2.800 Punkte bis zum Jahresende“, erklärt Stefan Maxian, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank (RCB).

Während die Kurs-Performance des österreichischen Aktienmarktes (ATX plus 6 Prozent) sowie einiger osteuropäischer Indizes (z.B. WIG 20 minus 7 Prozent, BUX plus 2 Prozent) 2013 der Entwicklung westeuropäischer Märkte (z.B. EuroStoxx plus 18 Prozent) hinterher hinkte, erhöhen die weitere Entspannung der Risikoaversion und verbesserte Umfeldbedingungen nach Meinung der RCB Analysten die Attraktivität von Aktieninvestments in der Region. Aktuell ist der ATX mit einem KGV für 2014 in Höhe von 11,9 bewertet.

Aktien Top-Empfehlungen für Österreich und CEE: Mayr-Melnhof, Uniqa, Immofinanz, Alior Bank, Ciech und CTC-Media

Als Favoriten am österreichischen Aktienmarkt nennt der RCB-Chefanalyst Mayr-Melnhof, Uniqa und Immofinanz. „Mayr-Melnhof wird im Verhältnis zu den Vergleichsunternehmen mit beträchtlichen Bewertungsabschlägen gehandelt, welche wir als etwas überzogen erachten. Zusätzlich sehen wir die zuletzt getätigten Akquisitionen als positiv und prognostizieren für 2014 und 2015 eine EBIT-Steigerung von jeweils rund 10 Prozent“, so Maxian. Für Uniqa hebt die RCB insbesondere die erwartete Gewinndynamik als Folge des Restrukturierungsprogramms Uniqa 2.0 hervor. Zwischen 2012 und 2015 ist eine Zunahme des Vorsteuergewinns von EUR 205 Millionen auf EUR 503 Millionen zu erwarten. Die Gewinndynamik ist einerseits durch Kosteneinsparungen und andererseits von einer stärkeren Nutzung des Bankvertriebes über das Raiffeisen-Netzwerk in Österreich und CEE sowie vom allgemeinen Aufholprozess der Versicherungspenetration in den CEE-Ländern getrieben. Die Immofinanz-Aktie sollte im Jahresverlauf 2014 weiter von der geplanten Abtrennung der Wohnimmobiliensparte (BUWOG) vom gewerblichen Portfolio profitieren können. Zusätzlich trägt die Präsenz in Moskau mit hohen Mietrenditen sehr positiv zur Geschäftsentwicklung bei.

In Polen setzen die RCB-Analysten 2014 auf Alior Bank und das Chemieunternehmen Ciech. Nach einer erfolgreichen Kapitalerhöhung gilt Alior Bank als attraktiv bewertet. Weiters ist ein robustes Kreditwachstum sowie eine merkliche Steigerung der Nettozinsmarge zu erwarten. Da sich Ciech auf anorganische Chemikalien konzentriert (Soda sowie Silikate und Glas), die nicht von Ölderivaten beeinflusst werden, ist das Unternehmen nur in einem geringen Ausmaß  den jüngsten ungünstigen Entwicklungen am europäischen Markt ausgesetzt. Darüber hinaus ist mit Preiserhöhungen für Soda zu rechnen und wird durch Kapazitätserweiterungen in Polen eine Zunahme des Sodaabsatzes erwartet. Das russische Medienunternehmen CTC Media hat an der starken Kursentwicklung von Medienaktien seit Sommer 2013 nicht voll partizipieren können, sodass gute Chancen für eine zukünftige Outperformance bestehen. Wichtige Impulse könnten eine Verbesserung der Zuschauerzahlen sowie steigendes Engagement in der Internetwerbung sein. Die Dividendenrendite von über 5 Prozent stellt im Sektor-Vergleich einen zusätzlichen Bonus dar.

1 Zentral- und Osteuropa (CEE) setzt sich aus den Regionen Zentraleuropa (CE) mit der Tschechischen Republik, Polen, der Slowakei, Slowenien und Ungarn, Südosteuropa (SEE) mit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Serbien und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) mit Russland, der Ukraine und Belarus zusammen.

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Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) betrachtet Österreich, wo sie als eine führende Kommerz- und Investmentbank tätig ist, und Zentral- und Osteuropa (CEE) als ihren Heimmarkt. 15 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst die Gruppe zahlreiche andere Finanzdienstleistungsunternehmen beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung und Mergers and Acquisition.

Die RBI ist als einzige österreichische Bank nicht nur in den Weltfinanzzentren, sondern mit Filialen und Repräsentanzen auch in Asien, dem weiteren geografischen Schwerpunktmarkt des Konzerns, präsent. Insgesamt betreuen rund 59.000 Mitarbeiter mehr als 14,4 Millionen Kunden in über 3.000 Geschäftsstellen, der überwiegende Teil davon in CEE.

Die RBI ist eine voll konsolidierte Tochter der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Die RZB hält indirekt rund 78,5 Prozent der Aktien, der Rest befindet sich im Streubesitz. Die RBI-Aktie notiert an der Wiener Börse. Die RZB ist Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich, der größten Bankengruppe des Landes, und Konzernzentrale für die gesamte RZB-Gruppe einschließlich der RBI.

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Die Raiffeisen Centrobank AG, das Equity-Haus der Raiffeisen Bank International, ist eine führende österreichische Investmentbank mit starkem Fokus auf die CEE-Region. Sie bietet das gesamte Spektrum der Dienstleistungen und Produkte rund um Aktien, Derivative und Eigenkapitaltransaktionen in und außerhalb der Börse an. Auf Basis dieser Position bietet die Investmentbank außerdem exklusive individuelle Private Banking-Dienstleistungen an.

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Ingrid Krenn-Ditz

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